Leseprobe:



Wanderer

Sternverwehungen
an jedem Strand.

Die brandenden Gefühle
ankern nicht.

Salzwüste wächst
aus deiner Hand.




Frühsommer

In der Mittagssonne
trocknen die Träume:

Bunt Gefiederte in
blätterndem Geflüster.

Eine Feder
tastet sich in meine Hand.

 

 

 

 

Herbstbeginn

Wir lassen sommers unsere
Wunden grasen, bis

schneidiger Wind
sie befällt und

Krähenruf den Hori-
zont zer-
sägt.



 

Entlegene Begegnung

Du
ohne Schlaf & Halt
& getrieben
abwegs von
lichtrünstigem Getier
hämisch gespiegelt
im zuckenden Fell
voll Dämmerung.


Ich
deine Zufallsgefährtin
erstarrt
gebrannt vom Abglanz deiner
zerwühlten Haut.




Wir
auf Abruf verbunden
im Niemandsland.




Wort-Bruch

Nachdem eure Worte am
unwegsamen Ohr zerschellt sind:

Die geborgten Gebetsmühlen
bringt bitte selbst zurück und

beseitigt die Scherben.

 

 

 

 

 

Du zitterst

aber ein Schnurren

verscheucht die Angst.

 

 

 

 

Letzte Sitzung?

 
Die kleinen Tentakel
löse ich nicht ich
sinke mit
 
zu bleichen Riffen.
 
Laichzeit ist in schneeweißen Ruinen
bin ich dir ganz nah aus deinen
fahlen müd geriebenen Kinderaugen
schlüpfen frühe
bange Tage zu mir.

 


So zart verhakt
in mich deine Tentakel ein
wirbelnder Tanz

im alten Riff


da schweben leichte Federzeichen wirst
du sie lesen, Wort
um Wort ausrollen
vor deiner
Schattentaucherin?