5. Fürchte dich nicht! - Shivas Mudra

Endzeit

Dein Tag ernährt sich von
zerborstenen Elementen.

Du fürchtest nichts, denn
das Ende ist
überall.

Die Angst ist etwas, das unsere Tage bestimmt, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Letztendlich ist es die Angst vor der Vergänglichkeit, vor dem Tod. Wir sind es gewohnt festzuhalten und fürchten uns vor dem Loslassen. Bei genauer Beobachtung aber verliert sich diese Furcht; denn wir erkennen, dass mit jedem Verlöschen ein neues Entstehen einhergeht.

„Dein Tag ernährt sich von
zerborstenen Elementen ...“

Mit „Tag“ ist natürlich zunächst der Alltag angesprochen, denn an jedem Tag geht etwas zugrunde. Jeder neue Tag bringt Verluste mit sich. Aber es ist auch der Tag im übertragenen Sinn gemeint, das Licht, die Erkenntnis, genährt durch die Überreste der Vernichtung. Ernährung aber bedeutet auch Wandlung, Transformation. Und so wird die Weiterentwicklung vorangebracht ...

„Du fürchtest nichts, denn
das Ende ist
überall“

… und wenn man sich erst einmal mittels ständiger Gewahrsamkeit an die Tatsache der Vergänglichkeit gewöhnt und sie verinnerlicht hat, verflüchtigt sich diese Angst; der Mensch lebt den Wandel und trägt ihn in sich - und ebenso die Chance seiner Beendigung durch Erweiterung des Bewusstseins, in fernöstlichen Vorstellungen manchmal Erleuchtung genannt.

 

 

 

Bildquelle:
http://shunyatamanoloab.files.wordpress.com/2011/01/dancingshiva.jpg